Ist Amazon das Equivalent von Starbucks, nur auf der Buchebene? Das fragt sich Connor Tomas O’Brien in seinem Essay für Kill Your Darlings. Anfangs erscheinen seine Punkte nicht völlig neu: trotz Starbucks enstanden neue, kleine Cafés, die es mit dem Café-Riesen aufnehmen wollten. Konkurrenz belebt das Geschäft – Cafébesitzer mussten sich etwas ausdenken. Doch O’Brien zieht Amazon und Starbucks auf eine Ebene: Trotz Amazon werden unabhängige Buchläden eröffnet und versuchen ein neues Buchladengefühl zu kreieren. Doch wie genau kann das aussehen? O’Brian zeigt ein paar Beispiele, bei denen klar wird, dass Buchläden eine neue, individuelle Einzigartigkeit brauchen. Die Brooklyn Art Gallery zeigt originale Sketch-Bücher. Ob das reicht?

Immer wieder denke ich an Ray Oldenburgs The Great Good Places. Es handelt von den dritten Orten, die weder Arbeitsplatz noch das Zuhause darstellen, sondern der zusätzliche Ort, wo man sich trifft, wohlfühlt, in der Öffentlichkeit privat sein kann. Ich denke, Buchläden müssen sich an dieses Konzept anlehnen. Mit Sesseln und Kaffeeecken in vielen Buchläden ist es schon gestartet.

Mein Lieblingsbuchladencafé ist in Bondi Beach, Gertrude & Alice. Wenn du dort bist, fühlst du die Buchatmosphäre. Ohne mit dem Plan hinzukommen, ein Buch zu kaufen, möchte man dort Zeit verbringen, sich in den Sessel vor den Bücherregalen setzen, Kaffee trinken, sich inspirieren lassen. Dabei fällt mir immer wohl oder übel das richtige Buch in die Finger. Fast zufällig. Und ich verlasse den schönen dritten Buchort mit Koffein, Muffin und neuen Büchern.

Genauso schön: Café Bouquiniste in New Farm, Brisbane.

Gelesen wurde schon immer, gelesen wird immer. Aber es gab auch schon immer Treffpunkte, die dritten Orte. Das muss noch mehr in einem Paket zusammengeschnürt werden.

Was sind eure liebsten Secondhandbookcafés in Australien?

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