cindyruch_teeausblick

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Als ich in Brisbane lebte, lief die ABC Bookshow noch. Ich stellte meinen Laptop auf die Küchenablage, und während ich durch den Podcast den Stimmen und Meinungen von Autoren wie Helen Garner, Magazinherausgebern und Verlägern lauschte, hing ich die Wäsche auf, backte Rote-Beete-Kuchen oder saß einfach nur da, trank Kaffee und schaute nach draußen in die flimmernde Mittagshitze. Das war mein erster Kontakt mit Podcasts überhaupt.

Die ABC Bookshow gibt es leider nicht mehr. Anfang 2012 wurde sie eingestellt, das Archiv ist immer noch online. Zum Glück haben sich neue Podcasts angesammelt, die ich nun in Deutschland höre, während es draußen langsam Herbst wird und ich wieder Käsekuchen mit Quark (den es in Australien nicht gibt) backen kann.

Darf ich vorstellen – eine Übersicht von australischen Literatur-Podcasts.

Kill your Darlings Podcast

Der Podcast des schlauen Literaturmagazins Kill your Darlings Journal.

Erscheint: im lockeren Zwei-Wochen-Rhythmus. Es kann auch mal ein Monat zwischen den Beiträgen liegen.
Dauert: 8 bis 37 Minuten.
Inhalt: Interviews mit australischen Autoren wie Benjamin Law, Verlagsleuten wie Zoe Dattner von Sleepers Publishing, mit spannenden Literaturmenschen. Über das schlechte Benehmen von Autoren und die Bedeutung von Orten in Romanen.
Aufgefallen: Romy Ash über ihren Roman Floundering, kurz bevor ich ihn las. Sie spricht über das Dialogschreiben („Well, you just have to write them“) und über die starke Identifikation mit ihren Charakteren („Maybe I was actually going mad“).

Meanjin Podcast

Ganz neu mit der ersten Folge startet auch dieses Literaturmagazin einen eigenen Podcast.

Erscheint: geplant einmal im Monat.
Dauert: eine Stunde.
Inhalt: Eine Kombination aus Lesung (neues von Romy Ash und älteres von Patrick White) und Hörrundgängen (z.B. in der National Portrait Gallery).
Aufgefallen: Der Wechsel der Hörplätze; mal im Museum in Canberra, dann wieder im Studio. Leider heißt das auch oft, die Lautstärke verstellen. Aber es ist ja erst der erste Podcast…

The Wheeler Centre

Das Literaturhaus in Melbourne sendet zwar Videos – doch da man sie als Audio runterladen kann, kommen sie mit in die Podcast-Liste.

Erscheint: einmal monatlich.
Dauert: eine Stunde.
Inhalt: Die Vorträge des Wheeler Centres werden aufgenommen. Es wird diskutiert: über australische Klassiker wie Henry Lawson’s The Drover’s Wife (Australian Literature 102), über das Schreiben als ausgeführte Philosophie (, über die australische Zeltvorlieben. Aufzeichnungen von Literaturfestivals vor Ort. Alles ist dabei.
Aufgefallen: Klevere Kombinaton von neuen und bekannten Autoren. In diesem Video spricht Michelle de Kretser über Shirley Hazzard – beides Autoren, die ich bald lesen möchte.

ABC Books and art daily

Erscheint: vier Beiträge täglich.
Dauert: 10 Minuten bis eine Stunde.
Inhalt:  Regelmäßig wählt ein Autor Lieblingsbücher für den Top Shelf. Interviews mit Preisgewinnern wie Melissa Lucashenko für ihr Buch Mullumbimby. Ausflüge zu den australischen Filmen beim Venice Film Festival und über den Kunstkauf bei amazon. Aber auch Ausblicke zur anderen Seite der Welt wie zur London Review of Books.
Aufgefallen:Themen wie „Is social media killing off writers‘ diaries?„.

Guardian Books Podcast

Der Guardian Books Podcast schaut manchmal auch besonders auf australische Literatur.

Erscheint: sehr unregelmäßig. Februar, März, Juni…
Dauert: etwa eine dreiviertel Stunde.
Inhalt: Über eine Welt in Bewegung oder die Writers‘ Week auf dem Adelaide Festival
Aufgefallen: „A world in Transit“. Unter anderem Evie Wyld spricht über Einwandern, Auswandern und wie sich ihre Bücher England nähern.

JOMAD – I heard you like books?

In deren Worten: ein hausgemachter Podcast über Lesen, Schreiben und Freundschaft.

Erscheint: Januar, Mai, August, September – wird es regelmäßiger?
Dauert: eine Stunde.
Inhalt: Interessante Gäste von Festivalorganisatoren bis zu Lektoren mit Abschweifungen dazwischen.
Aufgefallen: Ein kleines Durcheinander, als würde man dem Gespräch einer Gruppe Freunde am Nachbarstisch im Café zuhören. Aber irgendwann hört man sich da fest und erkennt sich wieder.

Welche Podcasts habe ich vergessen?

 

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