Archive für Beiträge mit Schlagwort: australische Literatur

cindyruch_teeausblick

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Als ich in Brisbane lebte, lief die ABC Bookshow noch. Ich stellte meinen Laptop auf die Küchenablage, und während ich durch den Podcast den Stimmen und Meinungen von Autoren wie Helen Garner, Magazinherausgebern und Verlägern lauschte, hing ich die Wäsche auf, backte Rote-Beete-Kuchen oder saß einfach nur da, trank Kaffee und schaute nach draußen in die flimmernde Mittagshitze. Das war mein erster Kontakt mit Podcasts überhaupt.

Die ABC Bookshow gibt es leider nicht mehr. Anfang 2012 wurde sie eingestellt, das Archiv ist immer noch online. Zum Glück haben sich neue Podcasts angesammelt, die ich nun in Deutschland höre, während es draußen langsam Herbst wird und ich wieder Käsekuchen mit Quark (den es in Australien nicht gibt) backen kann.

Darf ich vorstellen – eine Übersicht von australischen Literatur-Podcasts. Den Rest des Beitrags lesen »

Australien ist berühmt für Wettbewerbssport. Football findet regelmäßig in den großen Stadien statt, hinzu kommt AFL und heute Abend kämpfen die Australier beim Rugby World Cup um den dritten Platz. Doch das Wettkampffieber reicht mittlerweile über den Sport hinaus und hat die Literatur erreicht: in Meanjin Tournament of Books.

Meanjin ist eines der ältesten und lebendigsten Literaturmagazine in Australien. Bereits seit 70 Jahren steht es für „contemporary thinking, be it on literature, other art forms, or the broader issues of the times“. Im gedruckten Meanjin versammeln sich die neusten Literaturbeiträge, aus denen sich schon manche Klassiker wie Judith Wright, Patrick White, Helen Garner, und sogar Jean-Paul Sartre herauskristallisiert haben. Nachdem diese Beiträge schon vor Jahren unter Wettbewerbs- und Geschmacksbedingungen für eine Veröffentlichung ausgewählt wurden, lässt Meanjin die Klassiker nun online erneut in die Arena der Wettbewerbe eintreten.

Aufgebaut erinnert es mich an die Wettbewerbstabellen meiner damaligen Badmintonturniere. Runde 1, Spiel 1. Gewinner kommt in Runde 2. Halbfinale. Grand Final. Ineinanderschwingende Schwerter schmücken die Tabelle, die Büchercover zieren jeden Artikel. Denn wie anders, als durch den Leser, können Bücher gegeneinander antreten?
16 Bücher von australischen Schriftstellerinnen wurden ausgewählt und in Paare aufgeteilt. Ein Jurymitglied liest zwei Bücher, erläutert in einem Artikel seinen Entscheidungsverlauf und letzendlich das seiner Meinung nach bessere Buch. Zweimal die Woche gibt es einen Wettbewerbsbeitrag und zweimal die Woche gibt es ein Gewinnerbuch, das in die nächste Runde kommt.

Natürlich kann es kein fairer Wettbewerb sein, denn er wird mit dem Schwert des persönlichen Geschmackes, aus dem eine lose Reihe von Argumenten fließt, gekämpft. Doch das wunderbare ist, dass Meanjin 16 australische Klassiker ausgesucht hat und sie auf unsere Nachttische bringt. Denn wirklich: wie viele australische Autorinnen kennen wir? Ich versuche mich mehr und mehr hineinzulesen, doch Meanjins Liste gibt mir mehr Namen für einen größeren Bücherstapel. Die Liste gibt mir die Chance, alte Klassiker neu kennenzulernen (da ich sie nicht in der Schule wie australische Schüler lesen musste) und gleichzeitig noch mehr Informationen, ob als Vorbereitung vor der ersten Seite oder als Nachbereitung nach der letzten Seite.

It’s about reading books you’ve always meant to read but never quite got around to, and about re-reading dog-eared favourites.

Meanjin stachelt nicht nur mich an, mich in australischen Klassikern zu verlieren, auch Lisa Dempster versucht mit dem Lesethempo mitzuhalten. Und schreibt darüber wiederum hier.

Eigentlich ist es kein Wettbewerb, der das eine beste Buch einer australischen Schriftstellerin küren wird. Es ist ein persönlicher Wettbewerb für jeden Leser, die eigene Leseliste zu vergrößern. Mit dem Ziel, eine neue Lieblingsschriftstellerin im eigenen Finale zu finden.

Wenn man auf Reisen ist, ist man nicht ständig in schnellstem Tempo unterwegs, das zwischen den erlaubten 100 km/h auf dem Highway und der Schrittgeschwindigkeit liegt. Viel öfters hält man an und wartet. Man setzt sich hin und wartet auf den nächsten Bus nach Broome, auf die Ankunft in Sydney, auf das Einchecken im Hostel um 10 Uhr und auf Mitreisende. Warum nicht während dem Warten von Zeile zu Zeile springen, ohne den Ort zu verlassen?

Klickt rüber zu Reisebine, um meinen kompletten Artikel mit Büchertipps aus vier Staaten zu lesen: Durch Australien lesen

Bevor ich das erste Mal nach Australien reiste, stand mir besonders das Forum von Reisebine Frage und Antwort. Bereits seit zehn Jahren ist Reisebine ein Online- Reisemagazin für Individualreisende, Backpacker und Working-Holiday-Maker, mit dem Reiseziel Australien. Voller Informationen, Tipps, Erfahrungsberichten, Diskussionen, Neuigkeiten und nun auch meinen Buchempfehlungen. Eine wunderbare Onlinebegleitung vor der Abreise, während des großen Tripps und auf dem Rückweg.


Literaturmagazine haben meist nur eine kurze Lebensdauer, einen kleinen Leserkreis und bringen eigentlich keinen Gewinn. Ehrlich und ökonomisch nicht sehr optimistisch waren die drei Herren, als sie sich beim Brisbane Writers Festival über die Zukunft und Vergangenheit der australischen Literaturmagazine unterhielten. Dabei sind sie selbst Verleger von Overland, Southerly und ABR und denken nicht im Entferntesten daran, aufzugeben. Sie finden die wahren Werte der Literaturmagazine in anderen Sparten – voller Literatur und Optimismus für das Neue.

Jeff Sparrow, der Editor des politisch-literarischen Magazins Overland, sieht vor allem die Ideenwolken der Künstler, die in den Seiten der Literaturmagazine und darüber hinaus schweben. Sie ermöglichen die ersten kleinen Schritte der Künstler, die Essays, Prosatexte und Gedichte veröffentlichen können und sich damit langsam einen Raum für das erste Buch schaffen. „They start people’s artictic careers“, sagt Jeff Sparrow voller Enthusiasmus. Den Rest des Beitrags lesen »

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