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Gail Jones: Ein Samstag in Sydney

Jeden Tag tummeln sich hunderte, gar tausende von Menschen am Circular Quay herum. Manche sehen die Oper zum ersten Mal, andere zum zweiten Mal. Alle haben sie ihre Geschichte mit diesem Gebäude oder laufen gerade in ihre Geschichte herein. Damals, am Opernhaus. Weißt du noch?

Gail Jones hat sich für ihren Roman „Ein Samstag in Sydney“ vier Charaktere rausgepickt. Ellie sieht in der Oberfläche des Opernhauses eine Jalousie, während sie von der Zeit mit ihrem ehemaligen Klassenkameraden James träumt. James wiederum erinnert die Oper an Haifischzähne, sonst trägt er eine Tragödie mit sich herum, die ihn nicht loslässt. Die Irin Catharina vergleicht das Prachtgebäude mit Blütenblättern, in Gedanken zuhause in Irland, vor allem bei ihrem verunglückten Bruder. Und die Chinesin Pei Xing muss an gestapelte Porzellanschüsseln denken, wenn sie jeden Tag an der Oper vorbei fährt, um ihrer ehemaligen Lageraufseherin vorzulesen.

Jeder der vier Gestalten trägt die schweren Gedanken an die Vergangenheit mit sich herum. Der sonnige Sommertag täuscht, auch das weiße Opernhaus. Niemand schlendert wirklich leicht und unbekümmert vor sich hin. Sie alle versuchen klar zu kommen. Den Rest des Beitrags lesen »

Ich husche von einer Veranstaltung des Brisbane Writers Festivals zur nächsten, höre Lesungen, Gespräche und Kommentare – und verfolge doch nur eine Frage: Wie schreiben Schriftsteller? Und suche damit eigentlich nur eine Schriftstellerseele, in der ich meine eigene kleine Schreibrolle wieder erkennen könnte – und ein bisschen Motivation und Inspiration finde. Heute gehört und gesehen: Ann Patchett und Gail Jones.

Ann Patchett ist lustig und erzählt im lockeren amerikanischen Stil eine Geschichte nach der anderen. Beinahe scheint sie die typische Chick-Flick-Autorin zu sein, die Eat Pray Love auf ihrer Leseliste hat (Hat sie). Ein wenig gegensätzlich, aber ziemlich beeindruckend fand ich ihre Schreibmethode, mit der beispielsweise ihr wunderbares Buch Bel Canto entstand. Es gewann 2002 den Orange Prize und handelt hauptsächlich von einer Kidnappung in Südamerika, doch die präzise Darstellung des Dolmetschers blieb mir am längsten im Gedächtnis. Den Rest des Beitrags lesen »

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